wie aktuell (07/2015) das Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung zu beurteilen ist?

Doppelte Haushaltsführung kommen bei vielen Bürgern immer wieder vor, mal nur übergangsweise, mal dauerhaft. Und oft gibt es dafür berufliche Gründe.

Ist dies der Fall, sollte im Rahmen der Einkommensteuererklärung geprüft werden, ob sie steuerlich im Rahmen des Werbungskostenabzugs angesetzt werden kann, um so die Kosten auch steuerlich zu einer Entlastung zu nutzen.

 

Mit einer Gesetzesänderung hat der Gesetzgeber die Regelungen zu der doppelten Haushaltsführung ab dem Veranlagungszeitraum 2014 neu im § 9 des Einkommensteuergesetzes gefasst.
Damit hat der Gesetzgeber seine in den letzten Jahren vermehrt geübte Praxis der rechtssprechungsbrechenden Gesetzgebung fortgesetzt, mit der unliebsame höchstrichterliche Rechtsprechungen profiskalisch umgangen werden.

 

Im § 9 des Einkommmensteuergesetzes heißt es in Absatz 1, Satz 3:

"Werbungskosten sind auch ...
notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen.

2. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Hausstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt.

3. Das Vorliegen eines eigenen Hausstandes setzt das Innehaben einer Wohnung sowie eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus.

4. Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung können im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens 1000 Euro im Monat.

5. Aufwendungen für die Wege vom Ort der ersten Tätigkeitsstätte zum Ort des eigenen Hausstandes und zurück (Familienheimfahrt) können jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich abgezogen werden.

6. Zur Abgeltung der Aufwendungen für eine Familienheimfahrt ist eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstandes und dem Ort der ersten Tätigkeitsstätte anzusetzen.

7. Nummer 4 Satz 3 bis 5 ist entsprechend anzuwenden.

8. Aufwendungen für Familienheimfahrten mit einem dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer Einkunftsart überlassenen Kraftfahrzeug werden nicht berücksichtigt."

 

 

Zur Ansicht des Bundesfinanzhofes, wie der Lebensmittelpunkt zu bestimmen sei:
BFH, Urteil vom 8.10.2014, VI R 16/14