Einkommensteuererklärung 2014 - Abgabetermin 31.05.15

Bis zum 31. Mai möchte das Finanzamt von allen Bürgern, die zur Abgabe verpflichtet sind, die Einkommensteuererklärung des Vorjahres übermittelt bekommen.  Daher bekommen viele Menschen im Juni wieder Post mit dem Hinweis auf  die fehlende Erklärung.

 

Man hat halt schon genug andere Dinge zu tun, und die meisten Unterlagen dafür kommen oft nicht vor dem März oder April. Da kann es mit der Frist bis Ende Mai schon mal eng werden.

Da ist es hilfreich, dass bei der Beauftragung eines Steuerberaters  sich die Frist automatisch bis zum 31. Dezember verschiebt. So bleibt mehr Zeit, die Belege zu sammeln und zu ordnen und dann professionell verarbeiten zu lassen.

 

Wer zur Abgabe verpflichtet ist

Nicht nur Unternehmer müssen regelmäßig Steuererklärungen abgeben und Lohnsteuer und Umsatzsteuer anmelden. Auch Privatleute können wegen ihrer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünfte oder Renten dazu verpflichtet sein, jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

 

Gerade bei Rentnern kann es angeraten sein, zumindest einmal überprüfen zu lassen, ob für sie möglicherweise Steuern anfallen oder nicht, wenn die Rente nicht ganz gering ausfällt oder wenn neben der Rente noch andere Einkünfte anfallen, z.B. aus einer Vermietung.

Was eine „geringe“ Rente ist, hängt nicht nur von der persönlichen Einschätzung ab, sondern maßgeblich auch davon, seit wann die Rente bezogen wird. Der Grund ist die Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung, die seit 2005 läuft.

Ein lediger Rentner, der schon seit 2005 oder früher die Rente bezieht, kann 2015 knapp 20.000 € Bruttorente im Jahr beziehen, ohne Einkommensteuer zahlen zu müssen – sofern keine anderen Einkünfte hinzukommen.

Ein lediger Rentner, der erst ab 2015 die Rente bezieht, wird schon ab etwa 13.500 € Jahresrente mit Einkommensteuer rechnen müssen.

Bei den Angaben handelt es sich allerdings nur um grobe Anhaltspunkte. Näheres kann nur eine genaue Probeberechnung ergeben.

 

Dann gibt es noch diejenigen, die zwar grundsätzlich nicht zur Erklärung verpflichtet sind, weil sie z.B. lediglich einer angestellten Tätigkeit nachgehen.

Für sie kann es sich aber bei entsprechend hohen Werbungskosten dennoch lohnen, eine sogenannte Antragsveranlagung durchzuführen.

 

Pflicht- oder Antrags-veranlagung für Angestellte

Da Arbeitnehmer bereits im laufenden Jahr Lohnsteuer von ihrem Arbeitslohn zu bezahlen haben, die der Arbeitgeber für sie an das Finanzamt abführt, sind sie regelmäßig nicht dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Kommen jedoch weitere Faktoren hinzu, wie z.B. die Steuerklassenwahl III und V bei beidseitig verdienenden Ehegatten, Lohnersatzleistungen, Elterngeld, weitere Einkünfte aus anderen Bereichen,… , dann lebt die Verpflichtung zur Abgabe wieder auf.

Liegt keine Erklärungspflicht vor, sollte gleichwohl geprüft werden, ob aufgrund eigener, für die Arbeit entstandener Kosten oder aber auch wegen weiterer möglicher Steuervorteile ein Antrag auf Veranlagung sinnvoll sein könnte.

 

Gute Gründe für eine Antrags-veranlagung

Mögliche Gründe für einen solchen Antrag könnten folgende (und weitere) Sachverhalte sein:

-  Lange Arbeitswege (ab 15 km Entfernung zur Arbeit)

-  Tätigkeiten an wechselnden Orten (z.B. Baustellen) oder auf Fahrzeugen

-  bis einschließlich 2013 Tätigkeit als Leih-/Zeitarbeiter

-  Entschädigungen / Vergütungen für mehrjährige Tätigkeit durch den Arbeitgeber

-  Beruflich bedingte Umzüge

-  Handwerkerleistungen im Privathaushalt

-  Haushaltsnahe Dienstleistungen / Gartendienstleistungen

-  Spenden / Beiträge, Krankheitskosten, amtlich festgestellter Grad der Behinderung

 

Beratung nutzen – Fehler vermeiden

Lassen Sie sich im Zweifelsfall fachlich beraten, und nutzen Sie so die Erfahrung des Steuerberaters. Denn er weiß nicht nur, an welchen Stellen noch Vorteile für Sie stecken, er kann Ihre Interessen auch in den Grenzbereichen gegenüber der Finanzverwaltung vertreten und wahren.

 Dass eine professionelle steuerliche Beratung nicht viel kosten muss und letztlich viel Ärger ersparen kann, hatte ich ja bereits in meinem letzten Artikel verdeutlicht.

Ihr Helge Heibült