Das (häusliche) Arbeitszimmer

Ein stetig wiederkehrendes Thema im Rahmen von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen ist die Frage nach der Möglichkeit der Absetzbarkeit von Arbeitszimmer.

Daher soll hier ein kurzer Einblick in die grundlegenden Regelungen dazu gegeben werden.

 

Grundlegendes

Entstehen einem Steuerpflichtigen Aufwendungen für ein ausschließlich oder nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutztes Arbeitszimmer, so sind diese steuerlich als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar.

Die gilt für sogenannte „häusliche“ Arbeitszimmer jedoch nur eingeschränkt.

Die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind nur dann vollständig abziehbar, wenn das Zimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen bildet.

Abweichend davon sind die Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 € im Jahr abziehbar, sofern für die Ausübung der Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

 

Was ist ein „häusliches“ Arbeitszimmer?

Ein häusliches Arbeitszimmer ist laut Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 02.03.2011) ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist, vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten dient und ausschließlich oder nahezu ausschließlich zu betrieblichen und/oder beruflichen Zwecken genutzt wird; eine untergeordnete private Mitbenutzung (< 10 %) ist unschädlich. Es muss sich aber nicht zwingend um Arbeiten büromäßiger Art handeln; ein häusliches Arbeitszimmer kann auch bei geistiger, künstlerischer oder schriftstellerischer Betätigung gegeben sein.

In die häusliche Sphäre eingebunden ist ein als Arbeitszimmer genutzter Raum regelmäßig dann, wenn er zur privaten Wohnung oder zum Wohnhaus gehört. Dies betrifft nicht nur die Wohnräume, sondern ebenso Zubehörräume, wenn die Räume aufgrund der unmittelbaren Nähe mit den privaten Wohnräumen als gemeinsame Wohneinheit verbunden sind. 

Dagegen kann es sich bei einem im Keller oder Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses befindlichen Raum, der nicht zur Privatwohnung gehört, sondern zusätzlich angemietet wurde, um ein außerhäusliches Arbeitszimmer handeln. Maßgebend ist, ob eine innere häusliche Verbindung des Arbeitszimmers mit der privaten Lebenssphäre des Steuerpflichtigen besteht.

Es ist es ohne Bedeutung, ob die Wohnung, zu der das häusliche Arbeitszimmer gehört, gemietet oder Eigentum ist. Auch mehrere Räume können als ein häusliches Arbeitszimmer anzusehen sein; die Abtrennung der Räumlichkeiten vom übrigen Wohnbereich ist erforderlich.

Keine Arbeitszimmer sind Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen (z. B. Betriebsräume, Lagerräume, Ausstellungsräume), selbst wenn diese ihrer Lage nach mit dem Wohnraum  verbunden und so in die häusliche Sphäre eingebunden sind.

 

Abziehbare Aufwendungen

Zu den anteilig abziehbaren Aufwendungen gehören z.B.:

-  Mieten

-  Gebäudeabschreibungen

-  Finanzierungskosten

-  Wasser- und Energiekosten

-  Grundabgaben, Schornsteinfeger, Heizungswartung, Versicherungen

-  Renovierungskosten

-  Ausstattung der Zimmers, wie z.B. Tapeten, Teppiche, Vorhänge und Gardinen

 

Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit 

Ein häusliches Arbeitszimmer ist der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung des Steuerpflichtigen, wenn nach Würdigung des Gesamtbildes der Verhältnisse und der Tätigkeitsmerkmale dort diejenigen Handlungen vorgenommen und Leistungen erbracht werden, die für die konkret ausgeübte betriebliche oder berufliche Tätigkeit wesentlich und prägend sind. Der Tätigkeitsmittelpunkt bestimmt sich nach dem inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunkt der betrieblichen und beruflichen Betätigung. Der zeitliche Umfang ist dabei weniger von Belang.

 

Kein anderer Arbeitsplatz

Ein anderer Arbeitsplatz ist grundsätzlich jeder Arbeitsplatz, der zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet ist. 

Ein anderer Arbeitsplatz steht dann zur Verfügung, wenn dieser in dem konkret erforderlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Art und Weise tatsächlich genutzt werden kann. 

Die Erforderlichkeit des häuslichen Arbeitszimmers entfällt nicht bereits dann, wenn irgendein Arbeitsplatz zur Verfügung steht, sondern nur dann, wenn dieser Arbeitsplatz grundsätzlich so beschaffen ist, dass der Steuerpflichtige auf das häusliche Arbeitszimmer nicht angewiesen ist.

 

Beratung nutzen – Fehler vermeiden

Lassen Sie sich im Zweifelsfall fachlich beraten, und nutzen Sie so die Erfahrung des Steuerberaters. 

Bereits jetzt wünscht Ihnen das Abakus-Team besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch! 

Ihr Helge Heibült