Weihnachten naht! Arbeitnehmer beschenken, aber richtig!


Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der für viele das große Fest am Ende des Jahres in den Fokus rückt: Weihnachten.

Arbeitnehmer freuen sich auf Weihnachtsgeld, Weihnachtsfeier und vielleicht auch auf ein Geschenk vom Arbeitgeber, der mit all diesen Mitteln seinen Angestellten seinen Dank für die gute Arbeit aussprechen und damit auch das Betriebsklima verbessern möchte.

 

Weihnachtsgeld

Das Weihnachtsgeld wird meist mit der Lohnabrechnung für den November ausgezahlt und ist wie normales Arbeitsentgelt sowohl steuer- als auch sozialversicherungspflichtig.

Beim Arbeitgeber ist es als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Es besteht kein Zwang zur Zahlung des Weihnachtsgeldes. Allerdings kann sich aus der wiederholten Zahlung eine betriebliche Übung ergeben, die faktisch zu einem Anspruch des Arbeitnehmers führen kann.

 

Weihnachtsgeschenke

Weihnachtsgeschenke an die Mitarbeiter, z.B. ein Buch, eine CD oder Genussmittel, können sogenannte Aufmerksamkeiten sein, wenn sie maximal 40 € (brutto) kosten. Dann gehören sie nicht zum Arbeitslohn und sind somit sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei, während der Arbeitgeber die Aufwendungen betrieblich abziehen kann.

 

Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeiern können als sogenannte Betriebsveranstaltungen ebenfalls abziehbare Betriebsausgaben des Arbeitgebers sein und dennoch nicht zum Arbeitslohn der Angestellten zählen, sofern sie als üblich anzusehen sind. Insbesondere Häufigkeit und Ausgestaltung der Veranstaltung haben darauf Einfluss.

Betriebsveranstaltungen sind bezogen auf die Häufigkeit dann als üblich anzusehen, wenn es jährlich nicht mehr als zwei sind. Bei mehr als zwei Veranstaltungen kann der Arbeitgeber entscheiden, welche beiden als Betriebsveranstaltungen zu berücksichtigen sind. 

 

Betragen die Aufwendungen insgesamt nicht über 110 € (brutto) je Teilnehmer, so ergibt sich kein Arbeitslohn für den teilnehmenden Angestellten. Der Betrag von 110 € ist dabei als Freigrenze zu sehen. Wird er überschritten, ist im vollen Umfang Arbeitslohn anzusetzen, der steuer- und beitragspflichtig ist.

Von besonderem Interesse ist daher regelmäßig, welche Aufwendungen des Arbeitgebers dem einzelnen Arbeitnehmer zuzurechnen sind. Dies können regelmäßig nur solche sein, die dazu geeignet sind, beim Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil zu schaffen, also z.B. Speisen und Getränke, Musik sowie sonstige Darbietungen. Hingegen führen Kosten für Miete und Ausschmückung ebenso wenig wie ein speziell beauftragtes Eventmanagement zu einem besonderen Vorteil für den Arbeitnehmer und sind deshalb nicht in die Berechnung einzubeziehen, es sei denn, es entstehen daraus Leistungen, die einen eigenen marktgängigen Wert haben. Auch die Aufwendungen für Anreise und Unterbringung des Arbeitnehmers zählen nicht dazu, da der Arbeitnehmer diese steuerfrei erstattet bekommen könnte.

 

Wichtig ist, dass nach der Ermittlung der insgesamt einzubeziehenden Kosten diese auf alle Teilnehmer zu verteilen sind, also auch teilnehmende Angehörige der Arbeitnehmer (Ehegatte, Kinder) und sonstige Gäste. Die auf die Begleitpersonen entfallenden Kosten werden aber bei der Prüfung der 110 €-Grenze nicht dem Arbeitnehmer zugerechnet und stellen auch sonst keinen Arbeitslohn dar.

 

Insgesamt können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer also auf eine schöne Vorweihnachtszeit freuen.

In diesem Sinne wünsche auch ich Ihnen eine besinnliche Zeit.

 

Ihr Helge Heibült