Der Umgang mit dem Finanzamt

Spannungsfeld Finanzamt – Steuerpflichtiger

Der Umgang der Menschen mit dem Finanzamt und umgekehrt des Finanzamtes mit „seinen“ Steuerpflichtigen kann höchst unterschiedlich ausgeprägt sein. Für den Einzelnen sind in der Regel die persönlichen Erfahrungen ausschlaggebend für das weitere Verhalten. Dabei kann es – wie in jeder anderen zwischenmenschlichen Beziehung – auch zu Abneigungen zwischen den Beteiligten kommen, die eine Zusammenarbeit erschweren.

Gründe für gegensätzliche Meinungen

Bedingt durch eine stark ausdifferenzierte Steuergesetzgebung, umfangreiche Rechtsprechung und oftmals den Gerichtsurteilen gegensätzliche Verwaltungsvorschriften kommt es in vielen Fällen zu Streitigkeiten über die jeweilige Steuerfestsetzung. Die persönliche Meinung jedes Einzelnen über Sinn und Zweck von Steuern und deren Höhe hilft dabei auch nicht weiter. Vielmehr verschärft sie eher die Situation, da sie leicht zu Unsachlichkeiten führt, die dem konkreten Fall keine Lösung bringen.

Menschen im Finanzamt

Meistens hilft es, sich trotz manchen Ärgers immer wieder daran zu erinnern, dass natürlich auch die Angestellten im Finanzamt ganz normale Menschen sind, die ihrer Arbeit nachgehen und dabei auch an dienstliche Vorgaben gebunden sind. Zwar sind sie schon aus ihrer Ausbildung heraus grundsätzlich auf die von der Regierung vorgegebene und zumeist profiskalische (d.h. zugunsten des Staatssäckels) Sicht der Steuerdinge eingestellt. Dennoch gibt es bei ihnen auch meist Verständnis für das jeweilige Vorbringen der Steuerpflichtigen und die persönlichen Verhältnisse.

Professioneller Umgang mit der Situation

Es ist wichtig, Streitigkeiten in Steuersachen möglichst sachlich zu betrachten. Gerade hier kann ein Steuerberater besonders gut für den Steuerpflichtigen tätig werden, weil er nur an der Sache seines Mandanten interessiert ist und persönliche Befindlichkeiten keine Rolle spielen. Außerdem kennt er oftmals schon die auf der Seite des Finanzamts Beteiligten und kann mit ihnen im gegenseitigen Respekt auf sachlicher Ebene diskutieren.

Das außergerichtliche Rechtsbehelfsverfahren hilft dabei oft, einen großen Teil der in Frage stehenden oder streitigen Sachverhalte und rechtlichen Würdigungen miteinander zu klären. So ist der Steuerberater in der Lage, schon frühzeitig die Interessen seines Mandanten zu wahren.

Wenn es doch keine Einigung gibt

Trotz bester Argumente und möglicherweise einschlägiger Urteile kommt es immer wieder vor, dass Steuerpflichtige und Steuerberater im außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren die Vertreter des Finanzamtes nicht von ihrer Rechtssicht überzeugen können.

In diesen Fällen bleibt nur der Weg zum Finanzgericht, vor dem dann beide Seiten ihre Sicht der Dinge darlegen können. Spätestens hier sollte der Steuerberater mit an Bord sein.

 

Ihr Helge Heibült