Photovoltaik – Energieerzeugung in Eigenregie

Der Gewerbebetrieb auf dem Dach

Der Ausbau der Photovoltaik wird seit einigen Jahren in Deutschland politisch forciert, um gleichzeitig diverse Ziele zu erreichen: mehr Unabhängigkeit von Kohle, Öl und Kernkraft, eine zunehmend dezentrale Energieerzeugung, eine verbessertes Klima, …

Gerade für Eigentümer von Einfamilienhäusern hat sich dadurch die Möglichkeit eröffnet, den persönlichen Bedarf an Energie zu decken und darüber hinaus nicht nur etwas für die Umwelt zu tun, sondern – abhängig von Größe und Wirkungsgrad der PV-Anlage – auch für den eigenen Geldbeutel.

Neue Einspeisevergütungssätze ab Januar 2012

Mit dem Jahreswechsel 2011/2012 wurden erneut die garantierten Einspeisevergütungen für neue Photovoltaikanlagen gesenkt. Ab dem 01.01.12 werden für die eingespeiste kWh 24,43 Cent vergütet. Aber auch für den eigenverbrauchten Strom wird eine Vergütung gezahlt. Diese beträgt derzeit 8,05 Cent / kWh für bis zu 30 % der gesamten mit der Anlage erzeugten Energie. Für die über 30 % hinausgehende eigenverbrauchte Energie sind es sogar 12,43 Cent / kWh (für Anlagen mit einer Gesamtleistung bis zu 30 kWp).

Da der Ausbau der Photovoltaik aber offenbar inzwischen schneller voranschreitet als ursprünglich gedacht, ist die nächste Kürzung der Einspeisevergütung bereits zum April 2012 vorgesehen.

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage gilt, sofern sie nicht bereits im Rahmen eines gewerblichen Unternehmens läuft, als Gewerbebetrieb. Die Einnahmen daraus sind nach Abzug der zugehörigen Betriebsausgaben als gewerbliche Einkünfte im Rahmen der Einkommensteuererklärung anzugeben und zu versteuern.

Ferner ist ein Betreiber einer solchen Anlage Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Daher sind grundsätzlich die mit der Anlage erwirtschafteten Umsätze der Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) zu unterwerfen, die an das Finanzamt abzuführen ist. Dies ist jedoch unproblematisch, da die Umsatzsteuer vom abnehmenden Energieversorger zusätzlich zu der Vergütung ausgezahlt wird. Auf der Einnahmenseite ändert sich also im Ergebnis nichts.

Im Gegenzug kann außerdem die Umsatzsteuer aus allen Lieferungen und Leistungen, die für den Betrieb der PV-Anlage bezogen werden, vom Finanzamt erstattet werden.

Da dies natürlich auch für die Umsatzsteuer auf den Kaufpreis der Anlage gilt, ergibt sich ein großer Finanzierungseffekt, da nur noch der Nettobetrag über Eigenmittel oder z.B. Förderdarlehen finanziert werden muss.

Beratung nutzen – Fehler vermeiden

Vor dem Erwerb und dem Anschluss einer PV-Anlage ist nicht nur eine eingehende Beratung durch einen Fachbetrieb für Photovoltaik und die Einholung mehrerer Angebote zu empfehlen. Auch hinsichtlich der steuerlichen und möglicherweise sozialversicherungsrechtlichen Folgen sollte vorab fachkundiger Rat eingeholt werden, um nachteilige Ergebnisse zu vermeiden!

 

Ihr Helge Heibült